Wir fertigen sechs Leistungen, die ineinandergreifen.
Eine Baugruppe durchläuft selten nur eine dieser Leistungen. Wer bestücken lässt, braucht meistens auch die Prüfung, oft die Kabelkonfektion, und über die Lebensdauer des Produkts irgendwann die Frage, was mit einem abgekündigten Bauteil geschieht. Deshalb sind die sechs Leistungen hier keine sechs getrennten Angebote, sondern eine Kette, die an einem Standort bleibt.
Jede der sechs Seiten beschreibt ein Verfahren so, wie wir es tatsächlich fahren: mit dem Bauteil- und Losgrößenspektrum, das die Anlage abdeckt, mit der Norm, nach der wir bewerten, und mit Kennwerten, die Eigenschaften einer Anlage oder eines Verfahrens sind, keine Erfolgsquote über einen Berichtszeitraum. Was eine Anlage kann, ändert sich nicht mit dem Quartal. Der vollständige Maschinenpark dahinter steht unter Kapazitäten.
Jede der sechs Seiten nennt zudem, wo ein Verfahren endet: Die automatische optische Inspektion sieht keine verdeckte Lötstelle unter einem BGA, der Funktionstest bewertet die Baugruppe als Ganzes, aber nicht das einzelne Bauteil darin, und ein Röntgenbild zeigt Geometrie, keine elektrische Funktion. Eine Grenze zu nennen ist Teil des Nachweises, nicht sein Gegenteil.
Was die sechs Leistungen technisch verbindet, ist eine einzige Fertigungskennung je Baugruppe. Bestückung, Prüfung, Kabelkonfektion und jede spätere Nacharbeit tragen ihre Ergebnisse in dieselbe Rückverfolgbarkeit ein, unabhängig davon, welche der sechs Leistungen gerade greift. Deshalb lässt sich ein Feldrückläufer auf seine Baugruppencharge eingrenzen, statt eine ganze Serie infrage zu stellen.
- 6
- Leistungen an einem Standort, keine davon ausgelagert
Normen für alle sechs Leistungen
- IPC-A-610 Klasse 2 und Klasse 3
- ISO 9001 und ISO 13485
- IPC-A-620 für Kabel und Leitungssätze
- IPC-7711 und IPC-7721 für Rework
- ESD-Schutz nach EN 61340-5-1
- RoHS und REACH
Wie die Leistungen aufeinander folgen
Die Reihenfolge unten folgt dem Weg einer Baugruppe durch das Haus: von der ersten Bestückung über Prüfung und Kabelkonfektion bis zur Frage, was in zehn Jahren mit einem abgekündigten Bauteil geschieht. Nicht jedes Projekt durchläuft alle sechs Stationen. Ein reines Bestückungsprojekt endet häufig nach der Prüfung, ein Gerät mit Gehäuse und Kabelsatz durchläuft die ganze Kette. Prototyping und Serienanlauf steht deshalb erst an fünfter Stelle: Ein Erstmuster durchläuft dieselbe Bestückung, Montage und Prüfung wie die spätere Serie, bevor aus einem Einzelstück eine freigegebene Serie werden kann.
SMT-Bestückung
Vollautomatische Bestückung von SMD-Bauteilen auf Leiterplatten, von Feinstpitch-ICs bis zu passiven 01005-Chipbauteilen, mit lückenloser AOI-Kontrolle in jedem Fertigungsschritt.
THT und manuelle Montage
Durchsteckmontage bedrahteter Bauteile mit Selektivlöten, Wellenlöten und Handbestückung, bewertet nach IPC-A-610 Klasse 2 und 3.
Test und Inspektion
Optische Inspektion in der Linie, dazu Röntgendurchstrahlung, In-Circuit-Test und Funktionstest im eigenen Prüflabor, zu einer abgestimmten Prüfkette je Baugruppe zusammengesetzt und bis zur Bauteilcharge protokolliert.
Kabel- und Systemmontage
Konfektionierte Einzelleitungen und Kabelsätze, verdrahtete Schaltschränke und Gerätemontage bis zum prüfbaren Endgerät, mit belegter Crimpverbindung nach IPC/WHMA-A-620.
Prototyping und Serienanlauf
Erstmusterbau auf der Serienlinie, DFM-Prüfung der Fertigungsdaten vor der Freigabe und ein schrittweiser Serienanlauf mit Erstmusterprüfbericht und dokumentiertem Änderungsmanagement.
Rework und Obsoleszenz
Nacharbeit und Reparatur bestückter Baugruppen nach IPC-7711 und IPC-7721 einschließlich BGA-Austausch, dazu die Versorgung mit abgekündigten Bauteilen über lange Produktlebenszyklen.
Nicht jedes Projekt braucht alle sechs
Die meisten Projekte brauchen zwei oder drei dieser sechs Leistungen, nicht alle. Ein Prototyp mit wenigen Mustern braucht selten schon die Kabelkonfektion, ein Seriengerät mit Gehäuse fast immer. Welche Kombination zu Ihrer Baugruppe passt, klären wir am Anfang der Anfrage, nicht erst im Angebot. Auch die Frage, welche IPC-Klasse oder welche Prüftiefe zu Ihrem Produkt passt, gehört in dieses erste Gespräch, nicht in eine nachträgliche Korrektur des Angebots. Wie eine Anfrage anfängt, steht unter Kontakt.