Referenzen
Drei Fallstudien aus unserer Praxis, beispielhaft dargestellt und branchenüblich anonymisiert. Kein Kundenname, keine echte Stückzahl, keine Vertragsdaten. Was unverändert bleibt, sind die Normen, die Verfahren und der Ablauf, wie wir tatsächlich arbeiten.
Jede Fallstudie folgt demselben Aufbau: die Ausgangslage, die uns erreicht hat, die Lösung, für die wir uns entschieden haben, und das Ergebnis, das dabei herauskam. Wo eine Zahl zur Sache gehört, aber Rückschlüsse auf einen echten Auftraggeber erlaubte, etwa eine Seriengröße oder ein Liefertermin, lassen wir sie bewusst weg. Was das für Ihre eigene Baugruppe bedeutet, klären wir im persönlichen Gespräch, nicht anhand einer fremden Fallstudie.
Langzeitversorgung einer Diagnosebaugruppe
Medizintechnik
- Ausgangslage
- Eine Baugruppe für ein In-vitro-Diagnostikum läuft seit 2008 in derselben freigegebenen Konfiguration. Der Halbleiterhersteller kündigt den Analog-Digital-Umsetzer der Messkette ab, mit sechs Monaten bis zum letzten Bestelltermin. Jeder Ersatz greift in die spezifizierte Messgenauigkeit ein und macht aus einer Beschaffungsfrage eine Änderung am freigegebenen Design.
- Lösung
- Wir haben drei Zweitquellen geprüft und mit Begründung verworfen, den Restbedarf je Stückliste gerechnet, die letzte Bestellung ausschließlich über Halbleiterhersteller und autorisierte Distribution beschafft und das Material getrennt, trocken und bestandsgeführt eingelagert: klassifiziert nach IPC/JEDEC J-STD-020, gehandhabt nach IPC/JEDEC J-STD-033, langzeitgelagert nach DIN EN IEC 62435. Den Änderungsstand hat die Entwicklung des Geräteherstellers erarbeitet, den Fertigungs- und Prüfumfang dazu haben wir beigesteuert.
- Ergebnis
- Die Serie läuft im unveränderten, validierten Prozess weiter. Wir schreiben die Restreichweite je Los fort und melden sie mit. Das Redesign startet an einem vereinbarten Auslösepunkt, der als Stückzahl hinterlegt ist.
Gemischt bestückte Baugruppe mit Systemmontage
Industrieautomation
- Ausgangslage
- Ein Feldgerät der Industrieautomation entstand über drei Bestellungen des Kunden: ein Haus bestückte die SMD-Seiten, ein zweites setzte die bedrahteten Bauteile und lötete sie an der Welle, ein drittes konfektionierte den Kabelsatz und montierte das Gerät. Die thermischen Durchläufe zählte niemand über die ganze Kette, die Feuchte fing an jeder Werksgrenze neu an, und die Rückverfolgbarkeit endete an jedem Wareneingang.
- Lösung
- Wir fertigen die Kette seit der Umstellung an einem Standort gegen eine gemeinsame Fertigungsunterlage, von der Lotpaste bis zum geschlossenen Gerät. Der 32-polige Steckverbinder läuft im Pin-in-Paste-Verfahren mit, freigegeben über das Reflowprofil seines Datenblatts und über das Lotvolumen der Stufenschablone. Die zulässige Zahl thermischer Durchläufe steht in der Unterlage und wird je Los quittiert.
- Ergebnis
- Der Kunde bestellt ein Teil und bekommt eine Seriennummer, an der die Belege der ganzen Kette hängen, von der Bauteilcharge bis zum Funktionstest am geschlossenen Gerät. Der Stückpreis der Baugruppe ist dabei nicht gefallen. Was sich rechnet, rechnen wir über zwei entfallene Werksgrenzen vor, nicht über den Stückpreis.
Serienanlauf eines Messumformers aus dem Labormuster
Mess- und Regeltechnik
- Ausgangslage
- Ein Hersteller von Messumformern hatte seine Baugruppe bis dahin im eigenen Labor von Hand aufgebaut. Elektrisch funktionierte das Labormuster. Der Fertigungsdatensatz war für den Serienprozess nicht ausgelegt: sechs Befunde in drei Gruppen, von einer Panelisierung ohne bauteilfreien Transportrand über fehlende Testpunkte bis zu Bauteilabständen, die weder optische Inspektion noch Nacharbeit zuließen.
- Lösung
- Datenprüfung vor der Serienfreigabe statt Reparatur danach. Wir haben zu jedem Befund Fundstelle, Bewertung und Vorschlag schriftlich zurückgemeldet und die Fertigungsdaten erst nach Freigabe durch die Entwicklung überarbeitet: Nutzen mit bauteilfreiem Transportrand, Fräsnut an den kritischen Kanten, Testflächen im Nadelbettraster, entzerrte Bauteilabstände. Danach das Erstmuster auf der Serienlinie.
- Ergebnis
- Die Freigabe kostete eine Leiterplattenrevision und den Vorlauf, den deren Prüfung und Freigabe gebraucht haben. Danach lief die Serie in Stufen an, Pilotlos vor voller Losgröße, auf dem Rezept, das die Erstmusterfreigabe festgeschrieben hat.